Poststempel

Arbeitsgemeinschaft "Wittlicher Postgeschichte"

Die Poststempel des Landkreises Bernkastel-Wittlich

Deutsche Militärpost 2. WK


Die Deutsche Militärpoststempel II. Weltkrieg

 

 

 

Ansichtskarte von der Kaserne Wittlich

 


Soldatenstempel
In der Feldpostdienstordnung (FDPO) finden wir die Anwendung. Die Postsendungen ( Front / Heimat ), ( Heimat / Front ) sind portofrei für:
1. Postkarten
2. Briefpostsendungen jeder Art
3. Geldsendungen
Dieselben müssen auf der Adresse den Vermerk „Feldpost“ tragen. Bei dergleichen Sendung nach der Heimat muss sich der Absender, sofern derselbe Offizier – Rang hat oder zu den höheren Militär – Beamten gehört auf dem Brief nach Namen und Charakter als Absender bezeichnen; hat der Absender jenen Rang nicht, so muss die Postkarte resp. Brief oder Geldbrief mit dem Abdrucke des Soldatenstempel versehen sein.
Nach der Mobilmachung erhielten die Truppen neue Soldatenstempel mit Angabe der Feldpostnummer.



Gliederung:

1. Die Briefsammelstelle
2. Die Kommandobehörde
3. Die Verwaltungsbehörde
4. Die Truppen in Wittlich

III Infanterie Regiment 105
Panzerabwehr Abt. 34
Infanterie Ersatz Batallion 485

5.Der Flugplatz Wengerohr
Die Arbeitskommandos Kriegsgefangene
Landesschützenbatallion 777
SS Sonderlager Hahnenweg & Greimerath

6.Die Lazarette
Bernkastel
Himmerod
Traben-Trarbach

 


Deutsche Militärpoststempel II. Weltkrieg

„Stummer Willi“
Sollte die Feldpost in die Hand des Feindes fallen, wollte man verhindern, dass dieser Rückschlüsse über Truppen-stärke, Truppenbewegungen ziehen konnte. Aus diesem Grund wurden bei Tagesstempeln in verschiedenen Orten die Ortsangabe entfernt. Der im Wittlicher Sprachge-brauch auch „Stummer Willi“ genannt wird.
Erstmals wurden „Tarnstempel“ während der Herbstmanöver 1939 versuchsweise in Betrieb genommen. Danach wurden diese Stempel bei der Briefsammelstelle weitergeführt. Hier sammelte sich die eingehende Feldpost aus den Kasernen und militärischen Einrichtungen der Stadt. Da die Feldpost auch über die normale Post befördert wurde und dort mit dem Tagesstempel versehen wurde, blieb es bei diesem Versuch.
Der Stempel ist nur mit eindeutiger Absenderangabe identifizierbar.

                                     
17.10.1939 – 18.02.1942


Die Soldatenbriefstempel
Kommandobehörde: Vorläufer des Wehrmeldeamtes   

    

 

                   

10.12.1935
Geschäftszimmer im Kreishaus. Zu dieser Zeit wurde noch kein Dienststempel geführt. Es existieren Briefumschläge mit der Absenderangabe: Dienststelle: Der Landrat Untere Ersatzbehörde, Zweigstelle Wittlich.
Info Stempelgröße 35 mm; mit Datum 45mm

                                      
07.03.1936
Geschäftszimmer: Villa Wirtz, Kalkturmstrasse Änderung in Wehrmeldeamt Wittlich
Verwaltungsbehörde: Geschäftszimmer Adolf-Hitler-Strasse (Friedrichstrasse)

08.08.1938
Heeresstandortverwaltung Wittlich

                                          
 08.08.1938 – 14.02.1941


Die Truppen
(III) Infanterie Regiment105
Feldpostnummer: 17116 a –e

 


06.10.1938 – 00.11.1942

Die Kaserne
Als Bauplatz wurde ein 8ha großes Gelände an der südlichen Stadtgrenze am Klausnerweg zwischen der Verkehrstrasse Koblenz – Trier und einer geplanten Umgehungsstrasse ermittelt.

05.03.1937 Spatenstich
16.12.1937 Richtfest
06.10.1938 Aufstellung in Wittlich
11.11.1938 Übergabe der Kasernen


Mobilmachnug Frankreichfeldzug 
1939 Oktober – Dezember Mosel, Saar
1940 Mai                    Thüringen
 Juni – Juli      Frankreich
 August  - September Bretagne
 Oktober – Dezember Paris



1941 Januar – März           Rumänien 
 Apri – Mai         Griechenland 
 Juni - Juli         Rumänien 
 August  - September Südukraine 
 Oktober -   
 Mai - August         Krim 
 September - November Auflösung des III. Batalions

 

Infanterie Ersatz Batallion 105
Feldpostnummer:

 

23.07.1941 – 15.11.1942

Juli 1941
Von Heidelberg nach Wittlich verlegt. Unterstellung der 72.Reserve Division. Diese Division ist nie geschlossen zum Einsatz gekommen. Die Verbände wurden an die kämpfende Truppen abgegeben. Ab Herbst 1942 wurden hauptsächlich Kampfgruppeneinheiten zur Verteidigung des Westwalls aufgestellt.
Kampfgruppe Kühne – Schwarzer Mann – Eifel. Aussage eines Soldaten



Anm. Generell wurden am 15.10.1942 alle Infanterie Regimenter zu Grenadier – Regimenter umgewandelt.
01.10.1942 wurde das Infanterie – Ersatz Batallion geteilt



Grenadier Ersatz Batallion 105
Feldpostnummer:                                 

01.10.1942 – 00.04.1943

Grenadier Ausbildungs Batallion 105
Feldpostnummer:                                    

29.12.1942 – 10.01.1943

April 1943 wurden beide Batallione wieder vereinigt



Grenadier Ersatz und Ausbildungs Batallion 105
Feldpostnummer: 57144 a-e                           

00.04.1943 – 23.11.1944

23.11.1945 umbenannt in
Reserve Grenadier Batallion 105
Feldpostnummer: 65168 a-e                                      

23.11.1944 – 00.01.1945

Januar 1945 unterstellt
Kampfgruppe XII/1 Gneisenaueinheit
Feldpostnummer: 67076

Februar 1945 unterstellt
19. Volks Grenz Division
Feldpostnummer: 11795A

Anm. Es konnte nicht festgestellt werden, ob die beiden Einheiten in Wittlich kaserniert waren.



Panzer Abwehr Abteilung 34
Feldpostnummer:

Die Kaserne
Östlich der 105er Kaserne wurde die Kaserne für die Panzer Abwehr Abteilung 34 errichtet.

15.01.1938 Baubeginn
31.10.1938 Einmarsch in Wittlich
11.11.1938 Übergabe der Kasernen
29.08.1939 Mobilmachung

Frankreichfeldzug 
30.08.1939 verlassen Wittlich 
02.09.1940 " 
13.06.1940 Grenzsicherung im Saarland 
15.06.1940 Überschreitung der französischen Grenze Paris wird eingenommen
25.06.1940 Bar sur Aube Waffenstillstand
28.07.1940      Baumholder 
02.09.1940 Marsch Baumholder - Metz 
03.09.1940 Toul - Juzennecourt 
06.09.1940 Einsatz Sperrlinie am Kanal 
08.09.1940 Lösung aus der Front 
                   Quartier in Montigny le Roi 


Infantrie Ersatz Batallion 485
Feldpostnummer:           

05.10.1940 – 10.05.1941

Anm.: Dieses Batallion war in Wittlich kaserniert. Es existieren Schriftstücke die diesen Nachweis erbringen.

Flugplatz Wengerohr                                      
Vor dem Feldzug nach Frankreich wurde von dem Flieger Ersatz Batallion XII (Heeresflieger) in Wengerohr ein Feldflugplatz gebaut. Während des Feldzuges fand dort ein reger Flugbetrieb mit kleineren Maschinen statt (Eindecker- Aufklärungsmaschinen). Danach wurde der Feldflughafen als Schulungsplatz für Segelflieger (Piloten für Lastensegler) von der Wittlicher Hitlerjugend genutzt.


Die Kriegsgefangenenlager:
Landesschützen Batallion 777
Feldpostnummer:                           

In der Synagoge war nach der Reichskristallnacht ein Arbeitskommando mit Kriegsgefangenen untergebracht.
Dies Arbeitskommandos waren Außenstellen des STALAG  XII D (Stammlager) in Trier. Zur Verwaltung und Bewachung war das Landesschützen Batallion 777 eingesetzt. Diese waren in Wittlich kaserniert.

Anm.: Aus der Literatur sind im Landkreis Bernkastel – Wittlich bekannt:
Kommando   95    (August 1942)   Neumagen
Kommando 106                               Immert
Kommando ???                               Wittlich


Sonderlager Flussbach                              

Zum Ausbau der Reichsautobahn wurde ein Arbeitslager in Flussbach errichtet. Dieses Nebenlager des SS – Sonderlager Hinzert diente auch als Frauengefängnis für geringfügige Vergehen (Schwarzmarktverstösse).
Ob im internen Postverkehr ein eigener Stempel verwand wurde ist nicht bekannt. Bei der Korrespondenz zwischen Gefangenen und Angehörigen ist eher von einer Deckadresse auszugehen.

Die Lazarette
Reserve Lazarett Bernkastel                              
1943 wurde wegen Überfüllung des Lazarettes, Notlazarette in einem Teil des Schlosses in Lieser und St. Paul in Wengerohr eingerichtet.



Reserve Lazarett Himmerod                           

Reserve Lazarett Traben - Trarbach                             

Quellenangaben:
Kriegstagebuch des Inf.Regt.105 Frankreich vom 04.06. – 30.10.1940
Standortcronik des Standortes Wittlich
UnsereKompanie (PJ 34) Verlag D.Ganz, Würzburg
Bericht der Kameradschaft III   I.R.105
Private Unterlagen von Edi Naß
Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen SS im II Weltkrieg 1939 – 1945
Verlag Biblo, Osnabrück 1972
A child of Hitler by A.Heck 1985, Kreisarchiv Nr. 5360 Wittlich
Eigene Unterlagen