Poststempel

Arbeitsgemeinschaft "Wittlicher Postgeschichte"

Die Poststempel des Landkreises Bernkastel-Wittlich

Amerikanische Militärpost 2. WK

Die amerikanische Feldpost im Rheinland im 2. Weltkrieg 


Zeitgeschehen:

Der Vormarsch durch die Eifel erfolgte durch die 3. U.S.Armee. Am Abend des 9. März 1945 waren Großlittgen und Bergweiler in amerikanischer Hand. Die 10. Panzerdivision rückte am folgenden Tag gegen Wittlich vor und am 10. März wurde Wittlich eingenommen. Der Divisionsgefechtsstand der 76. Infanterie Division wurde in der Villa Lütticken vom 12.3.45 bis 20.3.45 eingerichtet. Bereits am 12.März standen die Amerikaner an der Mosel.

Jede kämpfende U.S. Division hatte gewöhnlich zwei Hauptquartiere, das vorgeschobene und das rückwärtige. Während das erste nur für die Führung des Gefechts zuständig war, führte das rückwärtige die gesamte Logistik. Dazu gehörte auch das Divisionspostamt oder APO. Die Beförderung der Post war für die Soldaten portofrei und erfolgte dann durch Schiffstransport über Antwerpen. Luftpost benötigte 6 Cent Zusatzporto. Zur Verfügung stand eine 6 Cent Briefmarke der Luftpostserie. Abgegeben wurde auch ein Ganzbrief mit eingedrucktem 2 Cent Medaillon, der mit einem Kastenstempel AIR 6 MAIL überstempelt wurde. Beide konnten beim Divisionspostamt erworben werden.
Die Luftpost wurde per Lkw zum nächsten U.S. Flughafen gebracht. Von dort erfolgte die Beförderung nach Paris und weiter zum Flugplatz Orly. Kurz nach der Befreiung Frankreichs am 31. August 1944 erfolgte die Beförderung über die Nordroute – Prestwick (Schottland) – Grönland – U.S.A; ab dem 4. Oktober 1944 auch über die Südroute – Azoren – Neufundland – U.S.A. 


Die Poststempel der APO Hier handelt es sich um 2 verschiedene  Maschinenstempel (s. Brief Wittlich und Eckfeld)
1)U.S. ARMY                     2)U.S. ARMY
  APO Nr.                             Monat Tag  
  Monat Tag                       Jahr
  Jahr   
  POSTAL SERVICE              POSTAL SERVICE 
Im Regelfall ist Stempel Nr. 1 der Truppenstempel, während Stempel Nr. 2 von einer übergeordneten Dienststelle stammt.  

                                                1                                                     2 

  

             3              4                        18.03.1945

Wie aus dem Absender in Zeile 2 zu ersehen, stammt der Brief von einem Soldaten der 76. Inf. Division.

Boyle bestätigt in seinem Buch, das mehrere Belege aus Wittlich ohne Feldpostnummer vorgelegen haben.

APO 76 befand sich in Wittlich vom 15.03.1945 – 27.03.1945
APO 84 befand sich in Hetzerath vom 05.03.1945 – 06.03.1945
APO 312 gehörte zur XII Armee. Dieses war ebenfalls vom 19.03.1945 – 27.03.1945 in Wittlich stationiert.

                                                          1                               2


          

                                                 3                4                        15.03.1945

 


1 = Absender (Name, Einheit; APO)
2 = Aufgabestempel mit APO
3 = Zensurstempel der Einheit
4 = Unterschrift des zensierenden Offiziers

 

Das 353, 354 und 355 Inf. Regiment waren Teile der 89. Inf. Division.

APO 89 befand sich in Eckfeld vom 15.03.1945 – 28.03.1945
Zensurstempel

Auf beiden Belegen befindet sich unten rechts der Zensurstempel mit der Unterschrift des zuständigen Offiziers, der den Inhalt des Briefes las, bevor dieser verschlossen wurde. Diese Zensur wurde mit Unterzeichnung der Kapitulation (V-Day) beendet.

Bis zur Übergabe an die Franzosen wurde die deutsche Post zum Teil von den Amerikanern zensiert.

                                                      

                                                            Zensurstempel

                                                     

 

Bei meinen Recherchen darf ich mich ganz besonders bei Bob Kinsley und Myron Fox bedanken.

Rolf Herzer

 

 


Quellen:
1.Charles Whiting: Sturm zum Rhein 1944/45
2.Erwin Schaaf: Neubeginn aus dem Chaos
3.Richard W. Helbrock: Combat Infantry mail: A catalog of postmarks used by world war II U.S. infantry divisions
4.Thomas H. Boyle jr: Airmail operations during World war