Poststempel

Arbeitsgemeinschaft "Wittlicher Postgeschichte"

Die Poststempel des Landkreises Bernkastel-Wittlich

Gebühr-bezahlt-Stempel

Einleitung zum Thema Gebühr - bezahlt-Stempel


Seit der Einführung der Briefmarken wurden in der Regel die Postsendungen mit Marken frankiert.  Im Laufe der Geschichte traten immer wieder Ereignisse ein, die eine Markenknappheit zur Folge hatten. In diesen Zeiten wurden die Poststücke mit provisorischen  Stempeln oder Vermerken „Gebühr-bezahlt“ versehen und das Porto in bar entrichtet.




Es gab drei Perioden, in denen Gebühr-bezahlt-Stempel angewendet  wurden.

 

 1.       Nach dem 1. Weltkrieg konnte die Reichsdruckerei in Berlin in den Jahren der Inflation 1923 die    

        benötigten Postwertzeichen nicht so schnell liefern wie die Preissteigerung dies erforderte.

 

2.       Nach dem 2. Weltkrieg wurde der heutige Kreis Bernkastel-Wittlich von den Siegermächten besetzt und die Postwertzeichen des Deutschen Reichs sofort außer Kraft gesetzt. Nach der Wiedereröffnung des Postverkehrs machte wieder die Barfreimachung und den Einsatz von Gebühr-bezahlt-Stempeln nötig.

 

3.       Im Rahmen von Rationalisierungsmaßnahmen führte die Deutsche Bundespost für Massendrucksachen ein vereinfachtes Verfahren der Freimachung ohne Postwertzeichen ein. Die Freimachung wurde durch „Gebühr-bezahlt“- Maschinenstempel angezeigt.

 

 


1. Periode 1923:

 


Inlandseinschreiben von Wittlich nach Braunschweig mit rotem Gebühr-bezahlt-Stempel vom 06.09.1923. Auf dem Brief wurde das Porto 75.000 Reichsmark für die Beförderung eines Briefes der Gewichtsstufe 100 bis 200g und das Einschreibeporto in Höhe von ebenfalls 75.000 Reichsmark angezeigt. Zusätzlich musste der Brief den Tagesstempel, hier von Wittlich, tragen.

 

2. Periode 1946 – 1948

 


Der in dieser Periode am häufigsten verwendete Gebühr-bezahlt-Stempel ist  in Form eines Hochrechteckes. Dieser Stempel kommt in den Farben rot, lila, blau und schwarz vor.

 

       


Verkleinerte Darstellung in verschiedenen Farben.

 


Teilweise hatten die verwendeten Stempel  ein Feld zum Eintragen des Portos.

 

Die „Nachweis in“ Stempel waren an allen größeren Postämtern für den Gebrauch im Innendienst vorgesehen und wurden teilweise zur Barfreimachung verwendet.

Diese Stempel sind bislang von den Postämtern Bernkastel-Kues und Traben-Trarbach bekannt.

 

 


Für Postsendungen ins Ausland wurden Gebühr-bezahlt-Stempel mit der Inschrift  „Taxe  perçue“ verwendet.

 

 

Taxe  perçue Stempel  vom 29.08.1946 auf einem Brief von Bernkastel-Kues in die Schweiz.

 

 


Kleinere Poststellen (Poststellen II) hatten keine eigenen Gebühr-bezahlt Stempel, hier wurde das Porto erhoben und dem zuständigen Leitpostamt weitergeleitet. Die Poststelle II brachte nur ihren Handgummistempel (sog. Landpoststempel) an. Das Leitpostamt, in diesem Beispiel Wittlich, brachte den „Gebühr-bezahlt-„ und den Tagesstempel an.

 



Da es sich um Gummistempel handelte,  führte der Gebrauch teilweise zu Formveränderungen.

 

 


3. Periode:




Die Deutsche Bundespost führte für Massensendungen Mitte der 50er-Jahre eigene Stempel ein.
Sie entsprachen der allgemein  üblichen Form des Tagesstempels.


Die Bundespost führte später Handstempel in Rechteckform ein.

 

  


Später wurde die Inschrift in „Entgeld bezahlt“ abgeändert.

 


In den Postämtern Wittlich, Bernkastel-Kues und Traben-Trarbach wurden Stempelmaschinen verwendet, mit deren Hilfe auch Massensendungen frei gemacht wurden. Diese Maschinenfreistempel werden als eigener Stempel im Kapitel Maschinenstempel bei den jeweiligen Postämtern behandelt diese Stempel sind keine Gebühr-bezahlt Stempel.