Poststempel

Arbeitsgemeinschaft "Wittlicher Postgeschichte"

Die Poststempel des Landkreises Bernkastel-Wittlich

Auslagenstempel

Die Auslagenstempel befinden sich auf alten Postsendungen wie Briefe und Paketbegleitbriefe.
Sie zeigen an, dass ein Postvorschuss geleistet wurde. Somit ist die Auslage ein Vorläufer der Nachnahme, unterscheidet sich von dieser jedoch dadurch, dass der Betrag nicht erst nach erfolgter Einziehung beim Empfänger an den Absender überwiesen wurde; vielmehr erhielt der Absender von der Post bereits bei Auflieferung der Sendung am Schalter den zu fordernden Betrag  ausbezahlt. Die Post trat also in Vorleistung und hatte das Risiko der tatsächlichen Einlösung zu tragen. Das Postvorschusswesen wurde in Preußen auch in unserem Kreis 1782 eingeführt 1852 erfolgte die allgemeine Einführung in den meisten europäischen Gebieten. Zunächst war die Auslagensendung nur auf Behörden beschränkt, Postangestellte durften auf eigene Gefahr auch Postvorschuss für an Privatpersonen gerichtete Sendungen annehmen. In solchen Fällen verblieb dem Angestellten die sowieso sehr hohe Gebühr als „ Prokuragebühr“. Diese Stempel wurden durch einen meist roten Stempel „AUSLAGE“ gekennzeichnet; die Post hatte den Betrag ausgelegt. Im allgemeinen wurde für die Auslagenstempel eine bohnenförmige Stempelform gewählt. Das Postvorschussverfahren stellte sich bei Sendungen an Privatpersonen als zu risikoreich heraus, da die Einlösung durch den Empfänger oder u.U. die Rückzahlung seitens des Absenders verweigert wurde.
Deshalb wurde in Preußen und damit in unserem Heimatkreis die heute noch übliche Nachnahme eingeführt, d.h. Auszahlung an den Absender erst nach erfolgter Einziehung des Betrages beim Empfänger.
Postvorschuss war nur noch an „vertrauenswürdige Personen gegen Hinterlegung einer Sicherheit zulässig.
1878 wurde das Postvorschussverfahren in Preußen völlig abgeschafft.
Auslagenstempel

Im Kreis Bernkastel-Wittlich ist bisher nur die bohnenförmige Gestalt des Auslagenstempels bekannt.